Datenmodell

Grundlagen

INTREST verwendet ein Datenmodell, das für die Anforderungen von intermodalen Verkehrsinformationsdiensten und Verkehrsmanagementanwendungen entwickelt wurde. Es befasst sich mit der Modellierung statischer, das heißt längerfristiger konstanter, Objekte mit verkehrlichem Bezug – nicht enthalten sind dynamische Informationen, wie beispielsweise Verkehrsmeldungen oder Baustellen.

Das Datenmodell wird in Releasezyklen von ca. einem Jahr weiterentwickelt. Eine ausführliche Dokumentation des Datenmodells steht INTREST-Partnern in der aktuellen Version im geschützten Bereich zu Verfügung,

Das relationale Datenmodell besteht aus einer Anzahl von inhaltlichen Schichten, den so genannten "Objekttypgruppen". Zwischen diesen besteht eine Vielzahl von logischen Bezügen, so genannte Referenzen. Diese logischen Bezüge unterscheiden INTREST grundsätzlich von typischen GIS-Systemen, in denen inhaltlich unterschiedliche Schichten allein durch die Geo-Referenz (Koordinaten) zueinander in Bezug gesetzt werden.

Jede Schicht besteht aus einer Anzahl von Datenobjekten, die durch Attribute modelliert werden. Als geodätisches Referenzsystem wird WGS84 verwendet, das heißt alle Positionsangaben der Datenobjekte basieren auf diesem "Koordinatensystem".

Das Netz - Zentrum des Datenmodells

Die zentrale Schicht des Datenmodells, auf die sich alle anderen Schichten beziehen, ist das "Netz". Es modelliert das intermodale Verkehrswegenetz als Knoten-Kantenmodell, das durch bestimmte Verkehrssysteme befahren werden kann, z. B. durch:

  • Fußgänger
  • Pkw
  • Lkw
  • Bus
  • Straßenbahn
  • Bahn

Die Wege des Individualverkehrs, wie Straßen oder Fußwege, werden mit Daten des kommerziellen Navigationsdatenherstellers NAVTEQ jährlich aktualisiert. ÖV-Strecken (ÖV: Abkürzung für öffentlicher Verkehr) werden vom INTREST-Betreiber regional überall dort ergänzt, wo ÖV-Betreiber und -Verbünde Daten bereitstellen. Die Netzmodellierung erlaubt ein qualitativ sehr hochwertiges IV-Routing und eine Verknüpfung zum ÖV-Routing (IV: Abkürzung für Individualverkehr); zudem ein intermodales Routing über definierte Übergangspunkte, das auch in den VIB-Diensten zum Einsatz kommt.

Weitere anwendungsbezogene Schichten

Neben der zentralen Netzschicht gibt es eine Vielzahl von anwendungsorientierten Datenschichten, die an die Kundenanforderungen angepasst werden können. Meist interessiert sich ein Anwender nur für einige wenige dieser Schichten. Die meisten stehen in logischem Bezug zum Netz. Hierzu zählen:

  • Hintergründe zur Darstellung, z. B. von Gebäudeflächen, Bebauungsgrenzen, Wälder, Flüsse oder Seen für eine nutzerfreundliche Visualisierung der Daten ähnlich einer topographischen "Karte"
  • ÖV-Verkehrswege: hierarchisch gegliederte Haltestellen – als intermodale Übergangspunkte – und Teilstrecken als Verbindung zwischen den Haltestellen
  • Points of Interest: abgekürzt: POI; interessante Orte mit z. B. touristischer oder verwaltungstechnischer Bedeutung
  • Adressdaten: Adressbereiche and Straßen sowie Einzelhauskoordinaten
  • Infrastrukturobjekte: Diese Schicht umfasst Zählstellen, Anzeigequerschnitte oder Umweltsensoren.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen: Streckenbezogene Informationen zu Geschwindigkeitsbegrenzungen einschließlich Zusatzbedingungen, z. B. bei Nässe, in einem bestimmten Zeitraum oder abhängig vom Fahrzeugtyp
  • Maut&Vignette: Informationen zu preislichen Bedingungen für die Nutzung der Verkehrswege.
  • TMC Locations: Die Informationen der TMC-Referenzierung werden in Bezug zum Netz modelliert.
  • Netzreferenzen: Hier werden Bezüge zu anderen Netzen gehalten. Diese können entweder selbst im INTREST-Server vorliegen oder extern gehalten werden.
  • Wetter: statische Wettergebiete und Wetterstationen
  • Regionen: organisatorische Verwaltungseinheiten, landschaftliche oder touristische Gebiete – jedoch ohne physische Entsprechung
  • Höhendaten in Form eines digitalen Geländemodells (DGM), das heißt Höhenpunkte in einem Raster
  • Routen: das heißt Aggregationen von Netzelementen zu Fernradwegen oder Wanderwegen

Kernmerkmale im zentralen Datenpool

Im zentralen Datenpool werden lediglich die Kernmerkmale der Objekte gehalten. INTREST ist als gemeinsame Datengrundlage für unterschiedliche Anwendungen konzipiert. Deshalb konzentriert sich das Datenmodell für die anwendungsbezogenen Objekte nur auf einige Kerninhalte, das heißt auf wesentliche Merkmale, die für eine eindeutige Identifikation nützlich sind, wie z. B. Lage, Netzbezug, Grundbeschreibung und ID. Weitere anwendungsspezifische Attribute hält der Anwender möglichst selbst, zusammen mit dem INTREST-ID-Schlüssel. Damit werden weitere Attribute mit dem INTREST-Objekt und dessen Netzbezug verbunden.

Erweiterbarkeit des Datenmodells

Wenn zusätzliche Anforderungen an die Objektemodellierung bestehen, können weitere Objekte definiert werden bzw. vorhandene Objekte über so genannte nutzerdefinierte Attribute erweitert werden, soweit diese auch für Dritte von Interesse sind. Der Vorteil: der zentrale Datenpool wird nicht mit Spezialinhalten überfrachtet. Somit besteht keine Gefahr, dass die Plattform durch diese Inhalte überlastet und funktionsunfähig wird.

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